Was tun, wenn Daten auf dem PC verloren gehen und eine Datenrettung notwendig wird? Tipps zu einer ersten Selbsteinschätzung über den möglichen Umfang einer notwendigen Datenrettung
07.Juli 2008
Vermutet man bei einem Problem mit der Hardware einen Schaden an der Festplatte, muss man zuerst eruieren, ob die defekte Festplatte auch die Systemfestplatte ist. Zudem stellt sich die Frage, ob ein zusätzliches PC System vorhanden ist. Beide Fragen sind essentiell, um eine Datenrettung erfolgreich gestalten zu können. Bei einer Datenrettung, die auf Grund einer defekten Festplatte akut wird, muss man prüfen, ob die beschädigte Festplatte auch das Betriebssystem enthält. Sollte die Platte das Betriebssystem nicht beinhalten, kann man eine Ersatzplatte in das PC System integrieren und im Anschluss daran die vakanten Daten kopieren. Sollte kein Platz mehr am IDE-Bus für die Ersatzplatte zur Verfügung stehen, bleibt die Option, für die Zeit, die man zu der Datensicherung braucht, ein CD-ROM Laufwerk aus dem PC System zu entfernen. Eine weitere Option ist es, mit Hilfe eines externen Gehäuses die Ersatzplatte mittels eines USB Ports an den PC anzuschließen. Kann man auf einen zweiten PC zurück greifen, kann man die Festplatte an diesen zweiten PC anschließen und mit dessen Hilfe eine Datenrettung durchführen, indem man die Daten mit Hilfe des zweiten PCs zum Beispiel auf eine externe Festplatte, ein USB Stick, eine CD oder eine DVD speichert. Im Falle von beschädigten Systempartitionen ist es anzuraten, dass sich auf der Ersatzplatte ein neues Betriebssystem befindet. Die beschädigte Festplatte sollte erst nach der Beendigung der Installationen angeschlossen werde, um somit einen zusätzlichen weiteren Datenverlust ausschließen zu können. Es gilt bei der Datenrettung zu beachten, dass beim Transport von Daten, die sich auf einer in Mitleidenschaft geratenen Festplatte befinden, ein Kopierbefehl nach einem erfolglosen Leseversuch abgebrochen wird.. Ein Transport der Daten ist damit nur „häppchenweise” machbar, was abhängig von der jeweiligen Datenmenge zu einem immensen Zeitaufwand führen kann. Deshalb sollte man zur Datenrettung spezielle Tools einsetzen, die nicht nur sicher sind, sondern bei der Datenrettung auch eine Menge Zeit in dem geschilderten Szenario sparen können. Eines der besten Tools für so einen Fall der Datenrettung ist die Software mit Namen Robocopy. Auch Microsoft unterstützt Versuche der Datenrettung: Das RobustFile Copy Utility ist in den von Microsoft kostenlos zur Verfügung gestellten Resource Kit Tools enthalten. Diese Software kann man im Downloadbereich unter www.microsoft.com herunter laden. Diese Software ist zwar ausschließlich auf englischer Sprache zu bekommen, kann aber problemlos auf deutschen Systemen installiert werden. Die Möglichkeiten dieser Software zeichnen sich durch eine große Vielfalt aus und bieten mannigfaltige Optionen, die man zu einer erfolgreichen Datenrettung einsetzen kann. Diese Software benutzt man am besten über so genannte Netzwerkfreigaben. Dies ist kinderleicht zu handhaben und gewährleistet eine erfolgreiche Datenrettung in Eigenregie. Man muss zur Datenrettung nur die Daten auf der beschädigten Festplatte als „alt” kennzeichnen, und den neuen Speicherplatz wie zum Beispiel eine externe Festplatte, ein USB Stick, eine CD oder eine DVD. Den alternativen Speicherort (z.B. die Ersatzplatte) als „neu” deklarieren. Im Anschluss daran öffnet man eine so genannte Command (= ausführen/CMD) und gibt anschließend das nachfolgende Kommando ein: robocopy \\Rechnername\alt\ \\Rechnername\neu /MOVE /R:1 /W:1 /S. Der Passus „Rechnername” ist in dem Fall mit dem Namen des eigenen Rechners zu ersetzen, den man auch über das Kommando „ipconfig -all” heraus finden kann, wenn man den Namen nicht kennt. Wenn man wissen will, ob beschädigte Daten bei mehreren Leseversuchen vielleicht noch zu lesen sind, muss man die Anzahl der Leseversuche mit dem Wert hinter „W:” erhöhen. Die Datenrettung mit Hilfe von Tools ist sicherlich immer eine Überlegung wert. Diese Software kann allerdings bei Defekten an der Hardware jedoch in den meisten Fällen nicht weiter helfen. Und man sollte eines bei einer Datenrettung, die man in Eigenregie in Angriff nehmen will, auf gar keinen Fall vergessen: Ein unsachgemäßer Versuch einer Datenrettung in Eigenregie kann zu zusätzlichen Komplikationen führen, die eine Datenrettung, die dann nur durch einen Fachmann der Datenrettung erfolgreich zu bewältigen ist, deutlich erschweren und um einiges teurer preislich gesehen werden lassen. Im schlimmsten Fall führt eine missglückte Datenrettung in Eigenregie dazu, dass selbst ein Fachmann, der sich bestens mit der Datenrettung von Berufs her auskennen mag, keine Datenrettung mehr erfolgreich durchführen kann, und der Zugriff auf die Daten somit in diesem Fall komplett und für immer abgeschrieben werden muss.
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