Datenrettung mit Grafikhardware
23.Oktober 2008
Einen ganz ungewöhnlichen Weg der Datenrettung geht eine russische Softwarefirma um Passwörter wieder herzustellen. Mittels zusammen geschalteter Grafikkarten können in jeder Sekunde bis zu einer Milliarde Passwörter abgefragt werden. Möglich macht dies die Rechenpower, die in den Grafikchips steckt. Das geht somit bis zu fünfundzwanzig Mal flotter, als wenn nur der Prozessor des Rechners diese Arbeit erledigen müsste.Ein Passwort ist bekanntermaßen schnell einmal vergessen. Bei der Vielzahl von Accounts, die man beruflich und privat heutzutage nutzten muss oder will, sammelt sich eine Vielzahl von Zugangsdaten an. Wer Sicherheit ernst nimmt, der verwendet natürlich stets ein anderes Passwort, dass zum einen möglichst sicher sein soll, also aus einer Kombination von Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen bestehen sollte, und das zudem möglichst lang sein muss. So wird werden die theoretischen Möglichkeiten potenziert, die ein Angreifer ausprobieren muss, um das Passwort zu knacken. Idealerweise wechselt man dieses Passwort auch regelmäßig, um die Sicherheit nochmals zu erhöhen. Selbst wenn es also einem Angreifer gelingen sollte, des Passworts habhaft zu werden, hätte er daran nicht lange Freude und die privaten Daten wären nur eine zeit lang ungeschützt.
Da man sich diese Passwörter wiederum aus Sicherheitsgründen keinesfalls notieren sollte und schon gar nicht auf dem Rechner speichern, kann es leicht passieren, dass man eines vergisst. Zwar nutzten viele Anwender die Möglichkeit, Passwörter auf dem Rechner zu hinterlegen, so dass man sich automatisch in die Anwendungen einloggen kann. Dies ist jedoch sehr gefährlich, da so jedermann, der sich Zugriff zum Rechner verschaffen kann, auch in die sensiblen Accounts eindringen kann. Solche Angriffe sind nicht nur offline möglich, indem jemand sich heimlich am Rechner zu schaffen macht, was in Firmen oft leicht möglich ist. Auch über das Internet sind Angriffe an der Tagesordnung. Sich davor vollkommen zu schützen, ist beinahe unmöglich. Daher sollte man von der Speicherung von Passwörter auf jeden Fall Abstand nehmen.
Um verlorene Passwörter wieder herzustellen, bietet die russische Firma dem Anweder spezielle Werkzeuge an, mit denen man rasch wieder an seine Daten gelangt. Die Software nutzt sowohl den Grafikchip als auch den Hauptprozessor. Das ist selbst im Netzwerk möglich, so dass eine Vielzahl von Rechnern gleichzeitig den Suchprozess ausführen können. Dabei wird der Rechenprozess auf mehrere im Netzwerk befindliche Maschinen verteilt.
Diese Tools sind nicht nur für Privatleute und Unternehmen interessant, sondern werden auch von der Polizei verwendet, um Passwörter potenzieller Straftäter zu knacken.
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