Tagesarchiv für den 30. Juni 2008

Experten für die Datenrettung warnen: Datenverluste auf Grund von Problemen bei der Hardware nehmen mehr und mehr zu

Fast 60 Prozent der Fälle von Datenverlusten sind Experten zu Folge auf hardwarebedingte Probleme zurück zu führen. Eventuelle Ursachen für eine aus diesen Gründen notwendige Datenrettung ist aller Wahrscheinlichkeit nach der meist aus Gründen der Sparsamkeit ausbleibende Austausch alter Systeme. Zudem resultieren notwendige Versuche der Datenrettung zu knapp 25 Prozent aus Bedienungsfehlern der User. Korrumpierte Software führt bei knapp 10 Prozent zu einer Datenrettung, und höhere Gewalt oder sonstige Ursachen nehmen je 2 Prozent bei den Ursachen ein, die eine Datenrettung notwendig machen. Interessante Information: Der prozentuale Anteil von Schäden durch Viren bedingt ist in den letzten Jahren von etwa 7 auf rund 2 Prozent gesunken. Als Maßstab zur Berechnung dieser Ursachen wurden weltweit etwa  50 000 Datenrettungen heran gezogen, die in einem Reinraum, einem Labor oder per Internet durch Spezialisten, die sich mit der Datenrettung beschäftigen, durchgeführt wurden. Eine Ursache dafür, dass Probleme mit der Hardware mittlerweile um einiges häufiger für Datenverluste verantwortlich sind, liegt laut Experten vor allen Dingen daran, dass wegen unangebrachter Sparsamkeit alte Datenträger so lange benutzt werden, dass es zu Datenverlusten und es so zu großen Schäden durch Verschleiß kommen kann. Vor allem sind Bänder von diesem Verschleiß betroffen. Ebenso spielt der Umstand eine Rolle, dass kleine und mittlere Unternehmen immer öfter bei der Datensicherung auf die Speicherung auf externen Festplatten setzen. Die aktuell gängige Speicherhardware benötigt eine deutliche höhere mechanische Genauigkeit, um auf gleichem Raum ein Vielfaches an Daten zu speichern. Daher steigt gleichzeitig auch die Gefahr, dass trotz aufwendiger Qualitätskriterien ein Hardwarefehler auftreten kann. Da die Daten bedingt durch den technischen Fortschritt auf immer kleineren Datenträgern gespeichert werden können, sind die Resultate eines Datenverlusts in den heutigen Tagen meist schwerwiegender, als dies noch vor wenigen Jahren der Fall war. Ein weiterer Grund, dass mehr und mehr die Ursachen für eine notwendige Datenrettung durch Hardwareprobleme zu finden sind, liege am gestiegenen Laptop-Anteil auf dem Rechnermarkt. Laptops sind dadurch, dass sie nicht ausschließlich stationär eingesetzt werden und daher auch transportiert werden, einem deutlich höheren Schadensrisiko als „normale” PCs ausgesetzt. Es kommt meist zu Schäden an der Hardware eines Laptops bei einem Transport, zum Beispiel durch Herunterfallen oder Erschütterungen beim Transport, so dass eine Datenrettung notwendig wird. Bedienungsfehler durch den User nehmen hingegen in den letzten Jahren leicht ab. Vor 6 Jahren noch waren die User für rund 30 Prozent aller Datenverluste und damit für notwendige Datenrettungen selber verantwortlich. Vor 2 Jahren bereits war dieser Wert mit knapp einem Viertel aller Fälle, die eine Datenrettung erforderlich machten, schon um einiges niedriger. Dies liegt zum einen daran, dass die User bewusster mit ihren Daten umgehen und der User im Schnitt ein besseres Grundwissen im Umgang mit Daten vorweisen kann. Außerdem werden Datenrettungen auch dadurch vermieden, dass im PC Bereich eine gestiegene Benutzerfreundlichkeit zu finden ist und zudem qualitativ immer bessere Tools zur Datenrettung auf dem Markt zu finden sind. Allerdings sind durch den aus Gründen des technischen Fortschritts ein gesteigerter Funktionsumfang und daher eine kompliziertere Komplexität von Anwendungen zu beobachten, die dem User mehr und mehr an Wissen abverlangen und daher zu Fehlern führen können, die dann eine Datenrettung erforderlich machen. Der Anteil an Datenverlusten, die durch korrumpierte Software verursacht werden, ist in den letzten Jahren leicht zurück gegangen. Das macht deutlich, dass die Softwarequalität offenbar gestiegen ist. Wegen des globalen Konkurrenzdrucks im Softwaregeschäft gewinnen Qualitätsmanagementmaßnahmen mehr und mehr an Relevanz. Zuverlässige Qualität ist ein markanter Wettbewerbsvorteil und zahlt sich auch auf längere Sicht für die Softwareunternehmen aus. Aber ebenfalls in diesem Bereich ist eine gestiegene Komplexität der Software ein Risiko, dass zu einem Datenverlust und damit zu einer notwendig gewordenen Datenrettung führen kann.Zudem ist ein Rückgang bei den Datenrettungen zu beobachten, die durch Viren notwendig geworden sind. Einer der Gründe dafür ist, dass früher noch viele Viren „zum Spaß” weit gestreut wurden, während die meisten Viren heute im Rahmen von organisierter Kriminalität eingesetzt werden. Dabei ist es vor allem das Ziel, gezielt Informationen auszuspionieren, zum Beispiel die Geheimnummern von Kreditkarten. Daten, die auf der Festplatte gespeichert sind, werden daher meist unberührt gelassen, um unentdeckt zu bleiben.

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